Die Ultraschall-Diagnostik
       
         

ist ein Verfahren, mit Schallwellen, d.h. ohne jegliche Strahlenbelastung, Teile des Körpers auf dem Bildschirm sichtbar zu machen. Ultraschall ist der größte Fortschritt der Medizin in den letzten Jahrzehnten, ist heute in der Schwangeren-Betreuung, in der Tumor-Diagnostik, in der Kinderwunschbehandlung und bei vielen anderen Krankheiten unverzichtbar.

1. Was bedeutet
B-Bild-Verfahren? Das übliche Verfahren, wie Sie es u.U. schon seit Jahren aus der Schwangerer-betreuung kennen. Umrisse, Weichteile, Organe, Gefäße, Hohlräume und Flüssigkeiten werden in 2 Ebenen fernsehgerecht dargestellt. Beispiel: Wir sehen ein kindliches Gesicht von der Seite, im Profil.Dieses seit 30 Jahren bewährte Verfahren wird z.B.:

  • bei gynäkologischen Erkrankungen,
  • bei Erkrankungen der Brust und
  • in der Schwangerschaft eingesetzt.

3-D-Verfahren? Hier wird ein Block, ein Volumen, im Ultraschallgerät virtuell gespeichert und bearbeitet. Darin wird eine dritte Ebene dargestellt. Beispiel: Wir sehen unter die Haut, als würden die tieferen Schalen einer Zwiebel plastisch vor uns liegen.
4-D-Verfahren? Hier wird, wie über ein Fernglas, die dritte Ebene betrachtet. Beispiel: Wir sehen einem Kind von vorn ins Gesicht.
Flow-Messung? Es handelt sich um ein spezielles Ultraschall-Verfahren, heute schon in Farbe, bei dem Blutflüsse gemessen werden. Beispiel: Die Durchblutung der Nabelschnur (d.h. die Ernährung eines noch ungeborenen Kindes) oder die Blutversorgung eines Tumors (Krebs ist gewöhnlich stärker durchblutet) wird gemessen.
Angio- und Power-Mode? Die Gesamt-Durchblutung eines Organs, eines Tumors oder eines Gewebes wird gemessen.

2. Was sind ultraschallgestützte Eingriffe?

Bei laufendem Ultraschall-Bild lässt sich millimetergenau punktieren:

  • Eine Fruchtwasserpunktion ist so weniger gefährlich.
  • Zysten in der Brust müssen nicht mehr geschnitten werden, es bleiben dadurch keine Narben
  • Innerhalb einer Kinderwunschbehandlung lassen sich die Eileiter auf Durchgängigkeit überprüfen: Ein Nakose-Risiko oder eine Strahlenbelastung durch Röntgen entfällt

3. Was bedeutet DEGUM?

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) vergibt bestimmte Qualifikationen:

  • DEGUM I: Die Qualifikation für eine gute Ultraschalldiagnostik in der Schwangerenbetreuung ist vorhanden.
  • DEGUM II: Nach größerer Erfahrung bei der Erkennung von kindlichen Fehlbildungen ist dem Arzt auch die erweiterte Praenataldiagnostik (sog."Feindiagnostik") erlaubt. Es bestehen größere Erfahrungen auch bei utraschallgestützten Eingriffen (Fruchtwasserpunktion, Chorionzottenbiopsie, Punktionen an der Brust).
  • DEGUM III: Der Arzt ist für weitergehende intrauterine ultraschallgestützte Eingriffe zugelassen und als Ausbilder berufen.